Mit der zunehmenden Vernetzung und Automatisierung von Fahrzeugen werden auch die Risiken durch Cyberangriffe größer. Neu entdeckte Hard- und Software Schwachstellen oder durch leistungsstarke Quantencomputer kompromittierte Verschlüsselungen sind Herausforderungen, die mit den aktuell genutzten Sicherheitskonzepten nur unzureichend adressiert werden können. Gerade im Automobilbereich können Sicherheitslücken schwerwiegende Folgen haben, weshalb Fahrzeuge und ihre Kommunikationssysteme schnell auf neue Bedrohungen angepasst werden müssen. Es ist daher unabdingbar, Automobilsysteme frühzeitig gegen zukünftige Cyberangriffe abzusichern.
Ziel des Projektes „PARFAIT” ist es, sichere Verfahren und Methoden für den Einsatz der Post-Quanten-Kryptografie (PQC) und Krypto-Agilität für den Automobilbereich zu entwickeln. Hierzu werden aktuelle gängige und neue PQC Verfahren auf ihre Eignung geprüft, verglichen und die notwendigen Anforderungen für deren Einsatz im Automobilsektor erhoben. Zusätzlich werden Technologien und Managementprozesse zum einfachen Wechsel kryptografischer Primitive und Algorithmen in Automotive-Komponenten entwickelt. Dazu werden zukünftige Architekturen, Protokolle und Migrationsstrategien des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) evaluiert. Das Forschungsteam zielt darauf ab, dass sich die Verfahren bei Bedarf im späteren Betrieb leicht aktualisieren lassen. Neben technologischen Lösungen sollen auch Betriebs- und Prozesskonzepte umfasst sein, damit die Fahrzeuge dauerhaft sicher funktionieren und während ihres gesamten Lebenszyklus geschützt sind.
Aufgrund der Bedeutung der Automobilindustrie für den Standort Deutschland haben die Lösungen des Projekts auch eine hohe wirtschaftliche Relevanz. Das Projekt leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands im Automobilbereich und für die Sicherheit der Gesellschaft im Zeitalter des Quantencomputers.
• Die Entwicklung einer offenen IoT-Sensorplattform, der Smart Sensor Plattform, mit durchgängigen Sicherheitsgarantien für die Korrektheit, Integrität und Vertraulichkeit der Daten (safety, security und privacy), sowie die Entwicklung der dafür benötigten Konzepte und Werkzeuge.
• Die benötigte Hard- und Software wird mit dem Ziel der Verifikation und Zertifikation entwickelt. Einzelne, direkt wiederverwendbare Komponenten werden exemplarisch und offen nachvollziehbar verifiziert. Die Zertifikation eines auf dieser Basis entwickelten Systems wird durch einen Leitfaden erleichtert.
• Erforschung neuartiger Methoden zur Absicherung elektronischer Komponenten bzw. Sensoren (nach der Herstellung, auf dem Lieferweg und im Betrieb). Dabei sollen einzigartige Eigenschaften elektromagnetischer Strahlung genutzt werden, die während drahtloser Kommunikation gemessen werden können.
• Wo immer möglich werden quelloffene Techniken und Werkzeuge, wie eine RISC-V-basierte Architektur und einschlägige Open-Source Software, eingesetzt – mit der Anbindung an proprietäre Techniken wo nötig.
• Die Ergebnisse des Projektes werden anhand von Demonstratoren aus dem Bereich der Gebäudeautomation validiert und dargestellt.

Technische Universität Darmstadt

Freie Universität Berlin
DENSO AUTOMOTIVE Deutschland GmbH

Schaeffler AG

Fraunhofer AISEC

Hochschule RheinMain

Infineon Technologies AG

Hochschule Darmstadt